Vor einigen Tagen ist offiziell das Samsung Galaxy S4 auf den Markt gekommen und viele Nutzer fragen sich, ob und wie viel besser das neue Smartphone im Vergleich zum Vorgängermodell S3 abschneidet. Der Run auf das S4 in den ersten Tagen war gigantisch, aber rechtfertigen die Neuerungen tatsächlich den hohen Preis über 600 Euro?
Am sichtbarsten bei einem Smartphone ist natürlich das Display. Von der Größe her ist das des S4 mit 4,99 Zoll einen Tick größer als das des S3 mit 4,8 Zoll. Das sollte aber kaum auffallen. Deutlich besser ist die Auflösung des HD Super AMOLED beim S4 mit 1920 x 1080 px und 441 ppi. Das S3 hat 1280 x 720 px bei 306ppi zu bieten und den Unterschied merkt man deutlich.
Vom Gewicht her nehmen sich die Geräte nicht viel, das S4 ist sogar mit 132 g den Herstellerangaben zufolge ein Gramm leichter als sein Vorgänger. Das S4 ist mit 7,9 mm auch ein wenig dünner als das S3 mit 8,6 mm. Leider ist das Design recht ähnlich und einen klar erkennbaren neuen Look sucht man vergeblich. Hier hätte sich Samsung ruhig etwas mehr trauen können.
Einen Schwerpunkt liegt beim S4 eindeutig auf der schnelleren Hardware. Der Samsung Exynos 5 Octa Prozessor mit 8x 1,6 GHz geht ab wie Schmidts Katze und lässt das Herz eines jeden Technikfreaks schneller schlagen. Berichten zufolge ist der Prozessor im Benchmark-Test sogar doppelt so schnell wie der des iPhone 5. Gerade bei Spielen rattert das S4 dann eben schneller als das S3 mit seinem Samsung Exynos 4 Prozessor mit 4x 1,4 GHz.
Bei einfachen Anwendungen des täglichen Lebens wie E-Mails checken, ein wenig surfen oder mal auf Facebook chatten, wird man den schnelleren Prozessor kaum bemerken. Bei aufwändigen Spielen wie Call of Duty allerdings schon. Das gilt aber wirklich nur für aufwändige Spiele: bei den meisten Spielen oder Apps mit durchschnittlichen Hardwareanforderungen wie zum Beispiel Angry Birds wird man als Normalsterblicher keinen Unterschied in der Performance der beiden Modelle ausmachen können. Jedoch bei den Poker-Apps und anderen Online Spielen aus dieser Kategorie ist die Situation anders. Wenn diese in der Tat keinen Boost vom Prozessor erhalten, werden jedoch vom Mobilfunknetz und Wi-Fi beeinflusst – je besser die verantwortliche Hardware desto kleiner ist die sogenannte Latency bzw. die Zeit bis man eine Antwort vom Server auf den gemachten Zug erhält. Kurzgesagt – ist Latency klein hat man paar Sekunden mehr um sein eigenes Spiel zu planieren. Natürlich ist dieser Zeitgewinn nicht kritisch, aber kann doch den Unterschied machen.
Vom Speicher her nehmen sich das S3 und das S4 nicht viel und kommen mit 16 oder 32 GB daher. Das S4 gibt es auch in einer 64 GB Version, da man beide Geräte aber mit Hilfe einer MicroSD-Karte auf bis zu 64 GB aufstocken kann, sollte das keinen allzu großen Unterschied machen.
Der mit 2600 mAh recht groß bemessene Akku des S4 dürfte die Akkulaufzeit wegen der stromfressenden Hardware im Vergleich zum S3 mit 2100 mAh nur weinig verlängern. Während die Frontkamera mit ca. 1,9 bzw. 2 MP bei beiden Modellen annähernd gleich ist, gibt es bei der Hauptkamera Unterschiede. Das S4 wartet mit einer 13 MP Kamera auf, die im Gegensatz zur 8 MP Kamera des S3 klar die besseren Fotos schießt.
Kommen wir zur Software und den Sonderfeatures. Das S4 läuft selbstverständlich mit dem neuen Android 4.2.2, das S3 kommt noch mit dem etwas älteren Android Jellybean 4.1.2 daher. Hier ist aber bald ein Update für das S3 zu erwarten. Feststeht: auf beiden Modellen läuft Android ohne Ruckler und verdammt schnell.
Ob und wie sich die Sonderfunktionen des S4, wie z B. das Scrollen mit den Augen bzw. das automatische Pausieren von Videos sobald man wegschaut, “Air View”, wobei das Display reagiert, ohne dass es berührt werden muss, auf lange Sicht bewähren, wird sich noch zeigen.
Fazit: Gerade vom Design her ähneln sich S4 und S3 ziemlich und die schnellere Hardware des S4 macht sich im Alltag fast nicht bemerkbar. Dennoch ist eben das S4 das Flaggschiff von Samsung und gerade die Technikbegeisterten unter uns dürften an dem Gerät kaum vorbeikommen.




